REGIE Frau Luna Operette
Von THE LÄND to THE MOON
Für das Theater LUNTE im Kulturkabinett in Stuttgart inszenierte ich die Operette Frau Luna von Heinz Bolten-Beackers und Paul Lincke in der exklusiven Bearbeitung von Peter Lund.
Vor 100 Jahren stand die Welt im Umbruch. Technisches Sensationen wie das Automobil verdrängten die althergehende Ordnung. In den Städten fehlte Wohnraum. Die Menschen träumten von einer besseren Zukunft… eigentlich wie heute. Der Mond faszinierte die Menschen und eine Reise dorthin war damals nahezu unvorstellbar.
FRAU LUNA erzählt von eben dieser Reise zum Mond. Statt in Berlin, spielt unsere Geschichte in Stuttgart. Ein schwäbischer Tüftler baut einen Mondomaten und das Abenteuer beginnt.
Inhalt
Der arbeitslose Mechaniker Fritz Abele träumt – auch angesichts der herrschenden Wohnungsnot – von einem besseren Leben: auf dem Mond. Gemeinsam mit zwei Freunden hebt er kurzerhand in einer selbstgebauten Rakete ab. Mit an Bord: seine resolute Zimmerwirtin Mathilde Bächle, als blinde Passagierin. Zurück auf der Erde wartet seine schwangere Freundin Marie hoffnungsvoll auf seine Rückkehr.
Auf dem Mond trifft die irdische Reisegruppe auf ein schillerndes, den Menschen erstaunlich ähnliches Volk. Dort regiert Frau Luna, eine göttliche Figur, die sich der ständigen Avancen des Prinzen Stern von Schnuppe erwehren muss. Doch die eigentliche Macht liegt beim charmant-verruchten Mondwart Theophil, dessen Ehefrau Stella nichts von seinen zahlreichen galaktischen Affären erfahren darf…
Frau Luna verbindet Witz, Ironie und satirische Gesellschaftskritik mit eingängigen Melodien – ein Werk zwischen Traum und Realität, das bis heute seine Aktualität nicht verloren hat.
Besetzung
Regie, Bühne und Kostüm: Torsten Hoffmann
Musikalische Leitung: Nicole Bender
Klavier: Ulrich Baldauf
Choreografie: Catharina Zukrigl
Technik: Jan Braun
Maske: Anna Badent
Besetzung:
Fritz Abele, arbeitsloser Mechaniker – Miguel Salmeron
Mathilde Bächle, seine Zimmerwirtin – Nicole Bender
Marie, deren Nicht und Fritzens Verlobte – Catharina Zukrigl
Nägele, Untermieter – Simon Lampe
Lämmermeyer, Untermieter – David Voormann
Theophil, Mondwart – Egon Bässler
Stella, seine Frau – Barbara Deifel-Vogelmann
Frau Luna, Göttin des Mondes – Barbara Galinski / Anne Schäfer
Prinz Stern von Schnuppe – Linus Kerner
Mondgroom – Catharina Zukrigl
Schutzmann – David Voormann
Mondelfen – Barbara Deifel-Vogelmann / Barbara Galinski / Linus Kerner
Zur Geschichte der Operette „Frau Luna“
Die Uraufführung von „Frau Luna“ 1899 im Berliner Apollo-Theater wurde von Paul Lincke selber dirigiert. Sie bestand damals nur aus einem Akt. Schon bald nach der Uraufführung wurde begonnen, das Stück zur spektakulären „Mondrevue“ zu erweitern, die in der Neufassung, so wie sie bis heute bekannt ist, 1922 ihren Endpunkt fand. Unter dem Einfluss von Jules Vernes Roman „Von der Erde zum Mond“ waren „Mondrevuen“ damals sehr in Mode und wurden in fast allen großen europäischen Städten aufgeführt.
Das Libretto sowie die Lieder „Schenk mir doch ein kleines bisschen Liebe“ und der berühmte Marsch „Das macht die Berliner Luft, Luft, Luft“ stammen ursprünglich aus der Feder von Benno Jacobson. Unverändert seit der Uraufführung ist dabei der von ihm gedichtete Text des Refrains. Als Liedtexter trug sich aber vermutlich Heinz Bolten-Baeckers selber ein…
Paul Lincke
Carl Emil Paul Lincke (* 7. November 1866 in Berlin; † 3. September 1946 in Hahnenklee-Bockswiese) war ein deutscher Komponist und Theaterkapellmeister. Er gilt als „Vater“ der Berliner Operette. Seine Bedeutung für Berlin ist mit der von Johann Strauß für Wien und Jacques Offenbach für Paris zu vergleichen. Paul Lincke lebte in Berlin und wurde mit 19 Jahren bereits Theaterkapellmeister und Musikverleger. Er hat zahlreiche Operetten komponiert. Das Marschlied „Berliner Luft“ ist sicher bis heute eine seiner bekanntesten Kompositionen. Es gilt als inoffizielle Hymne der Stadt und erklingt traditionell am Ende des Saisonabschlusskonzerts der Berliner Philharmoniker.